[Musik & Du] 010 – The right music for traveling: then and now

Maribels Aufgabe diesmal: Welchen Song hast du während einer Reise rauf und runter gehört. Okay, ich geb zu, eine wirklich echte Reise war wohl meine erste Begegnung mit Wheatus nicht. Aber hat sich so angefühlt. Wie ne richtig weite Reise sogar. Vom Kind zum Teenager oder so. Und weil das ein echter Höllentrip ist, gehört es jetzt zu den Travel-Songs mit dazu. Basta.

2000. Ich bin das erste Mal so richtig ohne elterliche Aufsicht unterwegs und das fühlt sich echt ziemlich gut an. Eine ältere Freundin hat mich ins Schwimmbad mitgenommen. Sie sind alle so riesig. Schrecklich erwachsen. Vor allem, der Kerl am Steuer, der wohl in Wahrheit grade mal 19 ist.

Es ist sau heiß draußen und ich sitze hinten auf der Rückbank. Eine Klimaanlage hat die Kiste nicht, hey, die 90er sind grade erst vorbei. Heißer Wind weht durch die runtergelassenen Scheiben rein und zertaust meine Haare. Die «Erwachsenen» raiuchen aus dem offenen Fenster. Der Boden vibriert vom Beat des Radios.

She doesn’t give a damn about me. Cause I’m just a teenage dirtbag, Baby. Ich hab keine Ahnung, was das heißt. Ich verstehe Störtbeck, muss an Störtebecker denken. Meine Freundin macht eine riesige Kaugummiblase, sie küssen sich und danach macht er die Blase. Mit demselben Kaugummi. Ich hab auch keine Ahnung, wie das funktionieren kann, das mit den Jungs ist echt noch sau weit weg für mich. Ich bind mir die nassen Haare zum Zopf, mach die Augen zu und hör ein bisschen weiter den «Störtebecker-Song». Wow, wird sind so frei.

2015. Ich bin das erste Mal so weit von Deutschland weg und das fühlt sich echt ziemlich gut an. Wir kommen grade vom Strand. Meine Mitbewohner sitzen auf der Rückbank und spielen mit meinem Handy rum. Ich bin nämlich die einzige, die noch Akku hat und Spotify Premium.

Es ist sau heiß draußen und der alte Mazda hat nen Wackelkontakt an der Batterie, aber ganz sicher keine Klimaanlage. Alle Fenster sind runtergekurbelt und der Wind weht mir sachte durch die nassen Haare. Ich rauche eine Selbstgedrehte aus dem Fenster raus, die eine Freundin mir von hinten durchgegeben hat. Auf der Rückbank ziehen sie sich einen durch und das ganze Auto stinkt nach Gras. Meine Haare sicher auch. Die ersten Takte erklingen und alle jubeln auf.

He doesn’t give a damn about me. Cause I’m just a teenage dirtbag, baby. Wir plärren alle aus vollem Hals mit. Ich weiß inzwischen ziemlich genau was « teenage dirtbag» heißt. Und muss an meinen Abschlussball und meine Schulzeit denken und daran, dass das alles eigentlich dann doch ganz cool war. Nur von den Jungs, von denen hab ich immer noch nicht so die Ahnung. Ich bind mir die nassen Haare zum Zopf, mach die Augen kurz zu und blase den Rauch aus. Dann geb ich Gas. Wow, wir sind so frei.

EN

Maribel’s task for this week: What song did you listen to over and over again while traveling? Okay, I have to admit my first encounter with Wheatus was not really a travel experience. It felt like it though. Like traveling from child to teenager or something like that. And because that’s a hell of a ride, it belongs to my travel songs. Exclamation Point.

2000. I am round and about without my parents for like the first time ever. And it feels pretty good. An older friend took me to the swimming pool with them. They are all so… big. So grown up. Especially the guy driving although I guess he was just around 19 that time.

It’s freaking hot outside and I am in the backseat. There’s no air conditioning in that car – hey, the 90s are just over. Hot wind is blowing through the windows and tousles my hair. The «grown-ups» smoke cigarettes out of the window. The car is vibrating from the radio’s beat.

She doesn’t give a damn about me. Cause I’m just a teenage dirtbag, Baby. I don’t get the lyrics. I hear something like Störtbeck – which makes me think of Störtebecker, the pirate. Which makes the ride even cooler. My older friend is making a gum bubble. It’s huge. They kiss and all of a sudden it’s he who’s making the gum bubble. With the same gum. I don’t get that either. This guy thing is still not interesting. I put my hair into a ponytail, close my eyes and listen to the «Störtebecker-Song». Wow, we are so free.

2015. It’s the first time that I am that far away from Germany and it feels pretty good. We’re just driving back from the beach. My flatmates are sitting on the backseat, they play around with my phone. I am the only one whose battery didn’t die yet and I am the only one having Spotify premium.

It’s freaking hot outside and the old Mazda has – of course – no air conditioning. All windows are down and the wind tousles my wet hair. I smoke a rolled cigarette out of the window. On the backseat, they smoke a joint and the whole car smells like weed. My hair surely does as well. The first beats sound through the car and everybody’s cheering.

He doesn’t give a damn about me. Cause I’m just a teenage dirtbag, baby. We are singing loudly. By now I know, what a «teenage dirtbag» is. I am thinking about my graduation, prom night and time at school. It wasn’t that bad, looking at it in the rear view. Just the boy stuff – I still don’t get it. I put my hair into a ponytail, close my eyes for a second and blow out the smoke. Then I hit the gas. Wow, we are so free.

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