[Sommerlektüre] Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke

Jepp, genau. Ich weiß, was du jetzt denkst: Oh mann, schon wieder so ein hübsches Buch mit einem Scherenschnitt-Apfelbaum auf dem Cover und einer dramatisch-philosophisch angehauchten Familientragödie/Liebesgeschichte mit Hindernissen zwischen den Buchdeckeln. Stimmt’s?
Nein, stimmt nicht! »Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke« ist vieles. Verstörend. Komisch. Traurig. Verwirrend. Skurril. Leidenschaftlich. Witzig. Klug. Nachdenklich. Aber garantiert nicht seifenblasenplatt.
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Worum’s geht?
Die Cookes sind (oder waren’s mal) eine ganz normale Familie. Solange bis Rosemarys Schwester Fern und gleichzeitig auch ihre einzige Freundin verschwindet, als sie sechs Jahre alt ist. Die Familie zerbricht, die Mutter depressiv, der Bruder läuft davon und verschwindet im Untergrund. Tragisch und nichts Neues in der Bücherwelt. Aber dann erzählt Rosemary die Geschichte von der Mitte über den Anfang bis zum Ende – und es kommt so einiges über ihre Schwester ans Tageslicht – die war nämlich eine kleine Schimpansin.
Klingt abgefahren? War es auch.
Durchs erste Drittel hab ich mich gequält. Wusste nicht so recht, was ich mit der schleppenden Story anfangen sollte, das gebe ich zu. Bis dann herauskommt, worauf die Autorin hingearbeitet hat: Nämlich auf die Enthüllung von Ferns affiger Identität.
Ab dann hat mich das Buch richtig gepackt und gar nicht mehr losgelassen. Die Geschichte der Familie Cooke wirft Fragen auf:
Sind Experimente mit Tieren wirklich ethisch vertretbar? Und wenn ja, bis zu welchem Punkt?
Und was geschieht mit den Menschen, die Teil eines solchen Forschungsexperiments sind?
Wie verändert es Menschen, wenn das Experiment Teil ihrer Kindheit ist?
Und was passiert, wenn schlussendlich alle völlig neben sich stehen?
Das Buch spricht weder Tierschützer noch verrückte Forscher ein, so tief geht’s nicht. Es ist ein leises Buch, das unglaublich viele Ebenen hat, aber im Grund genommen von einer Sache erzählt:
Vom zusammen gehören und dazu gehören.
Deswegen von mir eine absolute Leseempfehlung trotz Scherenschnitt!
 Habt ihr das Buch schon gelesen?
Oder kennt ihr es?
EN
I know what you are thinking: Oh, nice – another book with a nice paper-cut-style cover and kind of a half dramatic, half philosophical story on the inside. It’s either a family tragedy or a love story with major obstacles for the lovers to overcome. Right?
No, not right.»We are all completely beside ourselves« might be a family tragedy. It might be confusing. Weird. Sad. Upsetting. Funny. Smart. Passionate. Thoughtful. It might be all of these, but it is not a dull story.
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So what is it about?
The Cooke’s are (or have been) a completely normal family. But then Rosemary’s sister Fern disappears when she is six years old. The  family breaks apart: The mother gets a depression, Rosemary who used to be a little blabbermouth turns silent and her brother runs away and is gone for years. This is tragic – and nothing new for belletristic novels. 
But then the storyline changes. Rosemary wants to tell it all – the whole story about her sisters‘ disappearance. She starts in the middle, moves to the beginning and finally to the end. And at one point, it turns out: Rosemary’s sister is a chimpanzee girl.
Sounds crazy? Well, it actually is.
The first third of the book was hard. Kind of like a green smoothie – you swallow it, because you know it’s good for you. I didn’t know where the story was leading and it was kind of boring. But then it turns out where the story is leading: Hello there, monkey girl!
After Ferns‘ identity has been released, I was hooked. The Cookes‘ story asks questions:
Are experiments with animals ethical at all? And if they are, where do we stop?
And what happens to the people involved in animal experiments?
What if one of these animals is part of your family?
And what happens if everybody is just completely beside thereselves in the end?
The book is not adressing animal right activists or crazy researchers. It is not that deep. It is a quiet book with a lot of layers. But most of all, the story is about one thing:
About belonging together and belonging somewhere.
 
I totally recommend this book – despite the paper-cut-style cover!

 


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